Chur, 19.08.2026 – Der trockene Sommer 2026 zeigt in der Region Chur zwei sehr unterschiedliche Gesichter. Während die Brunnen in der Stadt weiterhin zuverlässig fliessen, weil sie aus natürlichen Quellen gespeist werden, kämpfen die Alpen der Stadt und der Bürgergemeinde Chur mit spürbarem Wassermangel.
Auf den städtischen Alpen werden derzeit rund 1'700 Tiere gesömmert. Zwar ist in höheren Lagen noch Futter vorhanden, doch die Wasserversorgung wird zunehmend zur Herausforderung: Zahlreiche Quellen führen deutlich weniger Wasser als üblich oder sind bereits versiegt. Auf den Alpen am Calanda oberhalb von Haldenstein zahlen sich hingegen Investitionen der vergangenen zwei Jahre in neu gefasste Quellen und ein verbessertes Leitungsnetz aus – dort läuft der Alpbetrieb trotz der Trockenheit geordnet weiter.
Schwieriger ist die Lage auf den Alpen in Tschiertschen, Praden und Arosa. Auf der Alp Prätsch muss Wasser inzwischen mit Traktor und Tankwagen zu den Milchkühen transportiert werden, auf der Mutterkuhalp Prader Joch werden die Tiere täglich zu tiefer gelegenen Tränken getrieben. Am stärksten betroffen ist die Jungviehalp Gürgaletsch: Weil die Quellen dort stark zurückgegangen oder ganz versiegt sind, musste die rund 150-köpfige Herde aufgeteilt werden – zusätzlich wird Wasser per Helikopter auf die Alp geflogen.
Die Abteilung Wald und Alpen der Stadt Chur arbeitet laufend daran, die Wasserversorgung auf den Alpen langfristig zu verbessern, etwa durch zusätzliche Quellfassungen und Leitungen. Eine wirkliche Entspannung der Lage bringt allerdings nur anhaltender Regen – bis dahin bleibt die Trockenheit für Landwirtschaft und Natur in der Region eine grosse Belastung.