Es sind diese Taten, die Menschen im Mendrisiotto besonders treffen: Tankstellen – Orte, wo man schnell auftankt, kurz bezahlt, weiterfährt. Und plötzlich wird genau so ein Ort zur Bühne für Angst.Jetzt meldet die Tessiner Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Kantonspolizei: Ein 48-jähriger tunesischer Staatsangehöriger, wohnhaft in Italien, ist an die Schweiz ausgeliefert worden. Er sitzt im Tessin in Untersuchungshaft.
Der Mann steht im Verdacht, bei zwei Raubüberfällen auf Tankstellen mitgemacht zu haben:
16. Juli 2024 in Novazzano
7. Dezember 2024 in Balerna
Laut Behörden war es ein langer Weg bis zu diesem Punkt. Die Kantonspolizei habe umfangreich ermittelt, bis der Verdächtige identifiziert werden konnte. Der nächste Schritt ging über die Grenze: Die Tessiner Justiz leitete ein internationales Rechtshilfeverfahren ein und erliess einen internationalen Haftbefehl. Anfang Oktober wurde der 48-Jährige dann in Italien festgenommen – und in den letzten Tagen an die Schweiz überstellt.Brisant: Der Fall wirkt wie ein Puzzle, das bereits fast zusammengesetzt war. Denn die Ermittlungen hatten zuvor schon Folgen: Vier weitere Personen wurden in diesem Zusammenhang festgenommen, angeklagt und verurteilt. Jetzt ist also auch jener Mann da, der bislang fehlte.Die Vorwürfe sind happig: schwerer Raub, einfacher Raub, dazu Verstoss gegen das Waffengesetz sowie Missbrauch von Kontrollschildern. Die Untersuchungshaft wurde vom zuständigen Zwangsmassnahmengericht bestätigt.Heisst im Klartext: Der Mann bleibt vorerst hinter Gittern – und die Justiz rollt den Fall weiter auf. Wer was genau tat, wer welche Rolle hatte, was bei den Überfällen im Detail passierte: Das wird jetzt in der Untersuchung entschieden. Geführt wird sie von Staatsanwältin Veronica Lipari.Mendrisiotto schaut hin. Denn wenn Tankstellen zur Beute werden, fühlt sich plötzlich nichts mehr “normal” an. Jetzt sitzt der Verdächtige im Tessin – und die Ermittler haben ihn dort, wo sie ihn wollen: vor Ort, in Haft, im Fokus der Untersuchung.