Basel kämpft derzeit mit einem ungewöhnlichen Legionellen-Ausbruch. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt bestätigte am 7. August insgesamt 28 Erkrankungen an der sogenannten Legionärskrankheit. Zwei Fälle kamen seit dem vorherigen Update hinzu.
Besonders auffällig ist die Schwere vieler Erkrankungen: Von den 28 Betroffenen mussten 26 hospitalisiert werden. Sieben Personen benötigten zeitweise eine Behandlung auf der Intensivstation. Aktuell befindet sich niemand mehr auf der Intensivstation, drei Personen werden aber weiterhin im Spital behandelt. Eine Person ist im Zusammenhang mit dem Ausbruch gestorben.
Was sind Legionellen?
Legionellen sind Bakterien, die sich insbesondere in warmem Wasser vermehren können. Gefährlich werden sie, wenn belastete, fein zerstäubte Wassertröpfchen eingeatmet werden. Dadurch kann eine schwere Lungenentzündung entstehen – die Legionärskrankheit.
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch findet laut Gesundheitsdepartement nicht statt.
Behörden finden mögliche Hauptquelle
Die Suche nach dem Ursprung des Ausbruchs läuft seit Anfang August auf Hochtouren. Eine Quelle mit einer sehr hohen Legionellenbelastung, die nach Angaben des Kantons zum räumlichen Muster eines Grossteils der Erkrankungen passt, wurde inzwischen entdeckt und stillgelegt.
Deshalb geht das Gesundheitsdepartement davon aus, dass die grösste unmittelbare Gefahr derzeit gebannt ist. Die Ermittlungen sind damit jedoch nicht abgeschlossen.
Das Kantonale Laboratorium sucht weiterhin nach möglichen Kühltürmen und anderen Anlagen, die als Quelle infrage kommen könnten. Weitere Proben und Nachkontrollen sind vorgesehen.
Wohnungen offenbar nicht die Ursache
Auch in den Wohnungen erkrankter Personen wurden Wasserproben entnommen. Die ersten Ergebnisse sprechen laut Kanton dagegen, dass die Ansteckungen dort erfolgten.
Die dort gefundenen Legionellenwerte lagen unter dem relevanten Höchstwert beziehungsweise waren hinsichtlich Anzahl und Art nicht gesundheitsgefährdend.
Weitere Fälle noch möglich
Ganz ausgestanden ist der Ausbruch trotzdem noch nicht. Die Inkubationszeit der Legionärskrankheit kann bis zu zehn Tage betragen. Deshalb können trotz Stilllegung der mutmasslichen Quelle noch weitere Erkrankungen bekannt werden.
Für gesunde Menschen schätzt der Kanton das Risiko insgesamt als gering ein. Wer keine Beschwerden hat, muss nach Angaben der Behörden nichts unternehmen.
Bei Symptomen wie Atemnot, Fieber oder starkem Husten empfiehlt das Gesundheitsdepartement hingegen, eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren.
Basel bleibt wachsam
Der Ausbruch dürfte die Behörden noch einige Zeit beschäftigen. Entscheidend wird nun sein, ob die Zahl der Neuerkrankungen tatsächlich zurückgeht und ob sich die vermutete Quelle durch weitere Untersuchungen bestätigen lässt.
Für Basel ist es derzeit eine ungewöhnliche gesundheitliche Ausnahmesituation – auch wenn die Behörden inzwischen vorsichtig Entwarnung geben.