Bern hat ein neues Schädlingsproblem. Nachdem bereits im Berner Oberland Japankäfer gefunden worden waren, ist nun auch in der Stadt Bern eine Population des invasiven Käfers bestätigt worden. Mehrere Tiere gingen Ende Juni in der Nähe des Schönaustegs in Fallen. Weitere Kontrollen zeigten danach, dass es sich nicht nur um einzelne eingeschleppte Exemplare handelt.
Der Kanton Bern reagiert deshalb mit verbindlichen Bekämpfungsmassnahmen. Rund um die Fundstellen wurden ein sogenannter Befallsherd sowie eine grössere Pufferzone festgelegt. Neben der Stadt Bern ist auch Köniz betroffen. Insgesamt liegen 21 Gemeinden zumindest teilweise innerhalb der festgelegten Zonen.
Warum der Käfer gefährlich ist
Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien und gilt in der Schweiz als Quarantäneschädling. Er frisst an einer grossen Zahl von Pflanzen und kann dadurch erhebliche Schäden in Landwirtschaft, Gärten und Grünanlagen verursachen. Auch seine Larven richten Schäden an, weil sie im Boden leben und unter anderem Graswurzeln fressen.
Die Behörden wollen deshalb verhindern, dass Käfer oder Larven unbeabsichtigt aus Bern in andere Regionen transportiert werden.
Das müssen Einwohner jetzt beachten
Im eigentlichen Befallsgebiet gelten besondere Einschränkungen. Frisches Grüngut und Kompost dürfen nicht ohne Weiteres aus dem Gebiet gebracht werden. Auch beim Transport von Oberboden gelten Vorgaben. Zusätzlich dürfen bestimmte Grünflächen nicht bewässert werden. Feuchter Boden würde weibliche Käfer bei der Eiablage begünstigen.
Auch in der umliegenden Pufferzone ist der Transport von Grüngut eingeschränkt.
Für Gartenbesitzer bedeutet das: Rasenschnitt, Pflanzenmaterial oder Erde sollten nicht einfach aus den betroffenen Gebieten weggebracht werden.
Bekämpfung beginnt auch im Boden
Ab Mitte August sollen auf bewässerten Sportplätzen sogenannte Nematoden eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um winzige Fadenwürmer, die gezielt die Larven des Japankäfers im Boden bekämpfen.
Für Menschen sowie Haus- und Nutztiere sind diese Nematoden nach Angaben des Kantons ungefährlich.
Käfer müssen gemeldet werden
Wer einen verdächtigen Käfer entdeckt, soll ihn nicht einfach freilassen. Der Japankäfer ist melde- und bekämpfungspflichtig.
Ein auffälliges Erkennungsmerkmal sind fünf kleine weisse Haarbüschel auf jeder Körperseite sowie zwei grössere weisse Büschel am Hinterende.
Bern will weitere Ausbreitung verhindern
Wie gross die Population in Bern bereits ist, wird weiterhin überwacht. Klar ist aber: Die Behörden wollen jetzt möglichst früh eingreifen, bevor sich der Käfer dauerhaft über grössere Teile der Region verbreitet.
Für die Bevölkerung bedeutet das vorerst zusätzliche Regeln bei Gartenabfällen, Erde und Grünflächen. Ob die Massnahmen ausreichen, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.